OVH-NEWS! Der OnleiheVerbundHessen wird fünf – und blickt in die Zukunft

4 11 2015

logo_ovh_780_95.pngSeit fünf Jahren gibt es den OnleiheVerbundHessen (OVH), der sich deutschlandweit zum größten Verbund seiner Art entwickelt hat. Im Oktober 2010 mit nur 17 hessischen Bibliotheken gestartet, zählt der Verbund heute über 80 Mitgliedsbibliotheken. Sie alle ermöglichen es ihren Nutzern, elektronische Medien online auszuleihen. eBooks, Hörbücher, eMusik, eFilme, eMagazines, ePaper … das Angebot ist breit gefächert und ebenso vielfältig wie die Interessen der Nutzer.

„In den letzten fünf Jahren haben wir einiges auf die Beine gestellt. Mit 12.000 Titeln sind wir 2010 angetreten. Heute verzeichnen wir 98.000 ausleihbare Exemplare. Und wir freuen uns über steigende Download-Zahlen, sprich Ausleihen. 2013 zählten wir 643.00 Downloads, 2015 waren es 947.000 und in diesem Jahr hoffen wir, die Millionenmarke zu knacken“, erklärt Eckhard Kummrow von der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken in Wiesbaden.

Mit jedem Jahr seines Bestehens entwickelte der OVH sein Angebot weiter – inhaltlich wie technisch. Eine der jüngeren Neuerungen aus dem Juli 2015 ist die frühzeitige Rückgabe ausgeliehener eBooks und eMagazines. Möglich wurde das durch eine Weiterentwicklung der digitalen Rechteverwaltung. Zuvor verblieben ausgeliehene Dateien immer bis zum Ende der Leihfrist auf den Endgeräten der Nutzer und erloschen dann automatisch. Dieses Verfahren besteht weiterhin. Doch dank einer Weiterentwicklung der hinterlegten Programme lassen sich die Medien jetzt auch vor Ablauf der Frist zurückgeben. Das hat Vorteile: Zum einen können Onleihe-Nutzer ihr Kontingent an gleichzeitigen Ausleihen besser nutzen und blockieren die Speicherkapazität ihrer Geräte nicht unnötig. Zum andern können stark nachgefragte Titel schneller an andere Interessenten verliehen werden. Das zumindest erhofft man sich beim OVH. Denn die Freude über die steigende Nachfrage ist zwar groß, doch zugleich sieht man sich oft mit langen Wartezeiten konfrontiert. Ein eBook beispielsweise darf zeitgleich nicht beliebig oft ausgeliehen werden. Es gilt die Lizenzen zu beachten. Hat die Bibliothek für ein Werk nur 30 Lizenzen, so darf es zur gleichen Zeit auch nur an 30 Nutzer ausgeliehen werden.

Im Hintergrund schwelt hier ein zäher Streit ums Urheberrecht. Es besagt, dass Bibliotheken Bücher, CDs und DVDs verleihen dürfen. Bei elektronischen Büchern jedoch ist dies anders. Hier gilt das Privatvertragsrecht, so dass die Verlage selbst entscheiden, wie sie mit den Verleihlizenzen umgehen. Einige große Verlage haben entschieden, gar keine Lizenzen zu vergeben. Andere öffnen sich nach und nach und vergeben Lizenzen, allerdings sind diese vermehrt zeitlich begrenzt. Der Deutsche Bibliotheksverband setzt sich mit aller Kraft dafür ein, erweiterte Nutzerrechte für die Online-Ausleihe von eBooks zu realisieren. Doch gibt es viele Widerstände. Für die Bibliotheken jedoch ist diese Frage essentiell. Denn es gilt schließlich den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen: Öffentliche Bibliotheken sollen jedem Bürger einfach und kostengünstig Zugang zu Bildung und Information in allen Erscheinungs- und Ausgabeformen verschaffen.

Eine schwierige Situation. „Gerade bei aktuellen Bestsellern sind uns oft die Hände gebunden. Ohne Lizenz keine Onleihe. Die divibib GmbH – die mit der Onleihe die führende digitale Ausleihplattform für Bibliotheken in Deutschland anbietet – ist in diesen Fragen in Verhandlungen mit großen Verlagsgruppen. Wir haben als OHV beschlossen, bei deutschsprachigen Titeln auch befristete Lizenzen ab 48 Monate Laufzeit erwerben, um unseren Nutzern das bestmögliche Angebot elektronischer Medien bereitzustellen“, erläutert Eckhard Kummrow.

Auch die beliebten eMagazines werden vom OnleiheVerbundHessen vermehrt angeboten. Seit Mai 2015 sind sie auch für mobile Endgeräten wie eBook-Reader oder Tablets verfügbar – ideal um zum Beispiel in der U-Bahn oder im Café in einem eMagazine zu stöbern.

Bei aller Freude, die sich anlässlich des 5-jährigen Jubiläums über das Erreichte einstellt, schaut man beim OnleiheVerbundHessen natürlich auch nach vorn. Etwa hinsichtlich des derzeit überschaubaren Angebots am fremdsprachlichen Titeln. So soll noch in 2015 damit begonnen werden, Titel aus dem Angebot von Baker & Taylor, einem Lieferanten englischsprachiger eBooks, in den Bestand aufzunehmen. Weitere Nutzerwünsche sind etwa die Bereitstellung von Tageszeitungen für mobile Endgeräte sowie das on- und offline-Hören von Musikdateien. Doch bis diese und viele weitere Erweiterungen realisiert werden können, sind noch viele Gespräche zu führen und viel Arbeit zu leisten. Die weitere Entwicklung bleibt daher spannend.

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